Sonntagskonzert an der Arp Schnitger-Orgel
Sonntag. 02.08.2026 17:00 Uhr
Weener | Georgskirche
Kirchplatz 1, 26826 Weener
Anneke Brose (Bremen) konzertiert an der Arp Schnitger-Orgel der Georgskirche Weener mit Juwelen der Orgelkunst von Bruhns, Böhm, Lübeck, Stanley, Buxtehude und J.S. Bach
Eintritt frei – Spende
Auf ihrem Programm stehen Werke von Nicolaus Bruhns (kleines e-Moll), Georg Böhm (Partita Freu dich sehr, o meine Seele), Bernardo Pasquini (Cucco), John Stanley (Voluntary in d), Dieterich Buxtehude (Ciacona in e), Vincent Lübeck (Partita Nun lasst uns Gott dem Herren) und Johann Sebastian Bach (Concerto in G, Präludium und Fuge D-Dur).
Anneke Brose studierte in Bremen Alte Musik mit dem Hauptfach Historische Orgel bei Harald Vogel, Hans Davidsson und Edoardo Bellotti. Nach der Diplomprüfung setzte sie in Schweden ihre Studien im Rahmen eines Masterstudiums mit dem künstlerischen Hauptfach Orgel fort. Sie studierte an den Musikhochschulen in Piteå und in Göteborg und erhielt bei Hans-Ola Ericsson, Johannes Landgren und Karin Nelson Unterricht in Orgelliteraturspiel und Improvisation sowie bei Joel Speerstra Unterricht im Nebenfach Clavichord. Sie nahm an zahlreichen Orgelakademien und Meisterkursen im Bereich Alte Musik teil.
In ihrer musikalischen Praxis beschäftigt sich Anneke Brose vor allem mit Orgelmusik des 17. und 18. Jahrhunderts und deren Darstellung auf originalen historischen Instrumenten. Sie gibt regelmäßig Orgelkonzerte und hat schon an verschiedenen bedeutsamen historischen Orgeln konzertiert. Unter anderem ist sie regelmäßig an der Schnitger-Orgel in Norden zu Gast. Konzertreisen führten sie bisher in verschiedene europäische Länder und nach Lateinamerika. Anneke Brose ist außerdem als Kirchenmusikerin in einer Bremer Kirchengemeinde tätig.
Musikalische Organeumsführung mit Teetafel
Mittwoch. 05.08.2026 15.00 Uhr
Weener | ORGANEUM
Norderstraße 18, 26826 Weener
Öffentliche Führung mit Vorstellung der Sammlung historischer Tasteninstrumente. Zum Beginn wird ostfriesischer Tee serviert!
Eintritt frei – Spende
Von April bis Oktober werden mittwochs um 15.00 Uhr öffentliche Führungen durch das ORGANEUM angeboten. Ludolf Heikens lässt ausgewählte Instrumente erklingen und spricht über die Geschichte des Hauses. Ausgangspunkt ist die wunderschöne ostfriesische Kabinett-Orgel aus dem Jahre 1790. Die „Orgel für das Klassenzimmer" gewährt Einblicke in die Funktion der Orgel. Auch das fürstliche Cembalo von 1741 und weitere Hausorgeln im Renaissance- und Barockstil spielen auf. Dazu gibt es Einblicke in die prunkvolle Villa aus dem Jahre 1873.
Zum Auftakt der Führung wird stilvoll zu ostfriesischem Tee einladen.
Eine telefonische Anmeldung (04951 / 91 22 03) wird dazu gerne entgegengenommen, aber auch ein spontaner Besuch ist willkommen.
Der Eintritt ist frei. Eine Spende für das ORGANEUM ist freiwillig.
Leeraner Orgelsommer in St. Marien
Donnerstag. 06.08.2026 20.00 Uhr
Leer | St. Marienkirche
Bavinkstraße 38 / Ecke Saarstraße, 26789 Leer (Loga)
Chor / Orgelkonzert mit Stefan Kießling (Orgel) und dem Deutsch-deutschen Kammerchor unter Leitung von Hannelotte Pardall mit Werken von J.S. Bach und anderen
Eintritt frei – Spende
Chor-Orgelkonzert mit Stefan Kießling und dem Deutsch-Deutschen Kammerchor unter der Leitung von Prof. Hannelotte Pardall
Der Deutsch-Deutsche Kammerchor ist eine Vereinigung von ca. 25–35 Sängerinnen und Sängern, die sich alljährlich im Sommer trifft, um unter der Leitung von Prof. Hannelotte Pardall anspruchsvolle Werke der geistlichen a-cappella-Literatur einzustudieren und aufzuführen.
Zum Teil sind die Sängerinnen und Sänger selbst aktive Kirchenmusiker, doch finden sich unter ihnen auch Vertreter anderer Berufs- gruppen sowie Studenten. Allen Mitgliedern gemeinsam ist jedoch zum einen eine profunde stimmliche Schulung sowie zum anderen natürlich die Begeisterung für geistliche Chormusik und das gemeinsame Musizieren.
Die Ursprünge des Chores gehen auf das Frühjahr 1989 zurück, als sich – noch zu Zeiten der deutschen Teilung – Studenten der Kirchenmusikschulen Halle/Saale und Herford/Westfalen im Rahmen der Partnerschaft beider Hochschulen zu einem ersten Gedankenaustausch trafen.
Diese Begegnung hinterließ bei allen Beteiligten einen so nachhaltigen Eindruck, dass sogleich weitere Treffen und gemeinsame Projekte vereinbart wurden. Der Fall der Mauer im Herbst 1989 ermöglichte die Organisation einer ersten gemeinsamen Reise quer durch Norddeutschland im Sommer 1990.
Was seinerzeit unter recht abenteuerlichen und provisorischen Umständen begann, ist mittlerweile zu einer regelmäßig einmal im Jahr stattfindenden Unternehmung geworden. Bis heute bildet dabei neben dem gemeinsamen Musizieren der Ost-West-Gedankenaustausch ein Kontinuum. Deshalb ist auch ganz bewusst der Name des Chores über die Jahre - trotz der veränderten politischen Bedingungen - beibehalten worden.
Das umfangreiche Repertoire des Chores umfasst das gesamte Spektrum anspruchsvoller geistlicher a-cappella-Literatur von der Renaissance bis zur Gegenwart. Der Deutsch-Deutsche Kammerchor ist in den mittlerweile über 30 Jahren seines Bestehens in den verschiedensten Gegenden Deutschlands sowie in den Nachbarländern
Belgien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg und Polen aufgetreten.
Musikalische Organeumsführung mit Teetafel
Mittwoch. 12.08.2026 15.00 Uhr
Weener | ORGANEUM
Norderstraße 18, 26826 Weener
Öffentliche Führung mit Vorstellung der Sammlung historischer Tasteninstrumente. Zum Beginn wird ostfriesischer Tee serviert!
Eintritt frei – Spende
Von April bis Oktober werden mittwochs um 15.00 Uhr öffentliche Führungen durch das ORGANEUM angeboten. Ludolf Heikens lässt ausgewählte Instrumente erklingen und spricht über die Geschichte des Hauses. Ausgangspunkt ist die wunderschöne ostfriesische Kabinett-Orgel aus dem Jahre 1790. Die „Orgel für das Klassenzimmer" gewährt Einblicke in die Funktion der Orgel. Auch das fürstliche Cembalo von 1741 und weitere Hausorgeln im Renaissance- und Barockstil spielen auf. Dazu gibt es Einblicke in die prunkvolle Villa aus dem Jahre 1873.
Zum Auftakt der Führung wird stilvoll zu ostfriesischem Tee einladen.
Eine telefonische Anmeldung (04951 / 91 22 03) wird dazu gerne entgegengenommen, aber auch ein spontaner Besuch ist willkommen.
Der Eintritt ist frei. Eine Spende für das ORGANEUM ist freiwillig.
Leeraner Orgelsommer in der Großen Kirche
Donnerstag. 13.08.2026 20:00 Uhr
Leer | Ev.-ref. Große Kirche
Kirchstraße 14, 26789 Leer
Léon Berben konzertiert im Rahmen des Leeraner Orgelsommers an der Historischen Orgel in der Großen Kirche. Auf dem Programm stehen Werke des 17. Jahrhunderts von Scheidemann, Sweelinck, Byrd, Tomkins
Eintritt frei – Spende
Am 13. August findet der Leeraner Orgelsommer um 20.00 Uhr seine Fortsetzung in der Großen reformierten Kirche mit einem Konzert von Léon Berben (Köln). Auf dem Programm stehen Werke des 17. Jahrhunderts von Scheidemann, Sweelinck, Byrd, Tomkins und Buxtehude.
Léon Berben präsentiert die Orgelkunst des Hamburger Meisters Scheidemann in einem Preludium, einer Motettenkolorierung, einem Magnificat-Zyklus und den Choralbearbeitungen über „In dich hab ich gehoffet, Herr“. Der Amsterdamer Meister Sweelinck kommt mit Choralbearbeitungen über „Wir glauben all an einen Gott“ zu Gehör. Tastenmusik aus England von Byrd und Tomkins setzt eigene Akzente. Zum Abschluss erklingt Buxtehudes berühmte Toccata in d-Moll.
Léon Berben darf am Cembalo und an der Orgel als Meister seines Fachs gelten. Darüber hinaus weisen ihn umfassende Kenntnisse in Musikgeschichte und historischer Aufführungspraxis als einen der führenden Köpfe seiner Generation der »Alten Musik«-Szene aus. Sein Repertoire umfasst Clavierwerke zwischen 1550 und 1790. Ferner schrieb er als Co-Autor für die Enzyklopädie Die Musik in Geschichte und Gegenwart.
Intensives Quellenstudium und stete Forschungsarbeit verleihen der Interpretationskunst von Léon Berben einen besonderen Rang. Seine Solo-CD-Aufnahmen auf historischen Orgeln und Cembali wurden von der Fachpresse hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem »Diapason d’Or«, dem »Choc« von Le Monde de la Musique und dem Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik.
Er studierte Orgel und Cembalo in Amsterdam und Den Haag als letzter Schüler von G. Leonhardt wie auch bei R. Jiskoot, T. Koopman und T. Mathot, und schloss sein Studium mit dem Solistendiplom ab.
Er ist als Titular-Organist verbunden an der historischen Orgel der St.-Andreas Kirche in Ostönnen - nach derzeitigem Forschungsstand eine der ältesten spielbaren Orgeln der Welt (c.1425/1586/1721) – und betreut in dieser Funktion die dortige Konzertreihe mit. Er ist senior organist in residence an der Pieterskerk in Leiden (NL) mit der van Hagerbeer-Orgel aus 1643
Seit 2000 war er als Cembalist bei Musica Antiqua Köln (Reinhard Goebel) tätig. In dieser Eigenschaft gastierte er in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien und spielte zahlreiche CDs für Deutsche Grammophon/Archiv Produktion ein. Seit der Auflösung des Ensembles Ende 2006 verfolgt er eine ausgedehnte Solo-Karriere, die ihn auf renommierte internationale Festivals führte.
Orgelmatinée in der Großen Kirche
Sonntag. 16.08.2026 11:30 Uhr
Leer | Ev.-ref. Große Kirche
Kirchstraße 14, 26789 Leer
Winfried Dahlke lässt in einer halbstündigen Matinée die Historische Orgel in der Großen Kirche zu Leer erklingen.
Eintritt frei – Spende
Am Sonntag, dem 16. August wird um 11.30 Uhr zu einer halbstündigen Orgelmatinee in die Große reformierte Kirche zu Leer eingeladen. Winfried Dahlke bringt Werke von Johann Gottfried Walther zur Aufführung. Johann Gottfried Walther, Zeitgenosse Johann Sebastian Bachs, komponierte für seine Organistentätigkeit in Weimar zahlreiche Choralvorspiele, Praeludien und Konzerte. Einen erheblichen Anteil an seinen Orgelwerken haben dabei Übertragungen beliebter italienischer Orchesterkonzerte für die Orgel.
Musikalische Organeumsführung mit Teetafel
Mittwoch. 19.08.2026 15.00 Uhr
Weener | ORGANEUM
Norderstraße 18, 26826 Weener
Öffentliche Führung mit Vorstellung der Sammlung historischer Tasteninstrumente. Zum Beginn wird ostfriesischer Tee serviert!
Eintritt frei – Spende
Von April bis Oktober werden mittwochs um 15.00 Uhr öffentliche Führungen durch das ORGANEUM angeboten. Ludolf Heikens lässt ausgewählte Instrumente erklingen und spricht über die Geschichte des Hauses. Ausgangspunkt ist die wunderschöne ostfriesische Kabinett-Orgel aus dem Jahre 1790. Die „Orgel für das Klassenzimmer" gewährt Einblicke in die Funktion der Orgel. Auch das fürstliche Cembalo von 1741 und weitere Hausorgeln im Renaissance- und Barockstil spielen auf. Dazu gibt es Einblicke in die prunkvolle Villa aus dem Jahre 1873.
Zum Auftakt der Führung wird stilvoll zu ostfriesischem Tee einladen.
Eine telefonische Anmeldung (04951 / 91 22 03) wird dazu gerne entgegengenommen, aber auch ein spontaner Besuch ist willkommen.
Der Eintritt ist frei. Eine Spende für das ORGANEUM ist freiwillig.
Orgelspielzeit am Donnerstagnachmittag
Donnerstag. 20.08.2026 15.30 Uhr
Leer | Ev.-ref. Große Kirche
Kirchstraße 14, 26789 Leer
Winfried Dahlke lässt in einer etwa halbstündigen Orgelspielzeit Werke von Johann Gottfried Walther erklingen. Diese Musik steht anstelle eines Abendkonzertes des Orgelsommers.
Eintritt frei – Spende
Am Donnerstag, dem 20. August wird Winfried Dahlke ab 15.30 bis etwa 16.00 Uhr in einer „Orgelspielzeit“ zur Kirchenöffnung weitere Werke von Walther spielen. Johann Gottfried Walther, Zeitgenosse Johann Sebastian Bachs, komponierte für seine Organistentätigkeit in Weimar zahlreiche Choralvorspiele, Praeludien und Konzerte. Einen erheblichen Anteil an seinen Orgelwerken haben dabei Übertragungen beliebter italienischer Orchesterkonzerte für die Orgel.
Am 20. August wird es im Rahmen des Leeraner Orgelsommers kein Abendkonzert geben.
Musikalische Organeumsführung mit Teetafel
Mittwoch. 26.08.2026 15.00 Uhr
Weener | ORGANEUM
Norderstraße 18, 26826 Weener
Öffentliche Führung mit Vorstellung der Sammlung historischer Tasteninstrumente. Zum Beginn wird ostfriesischer Tee serviert!
Eintritt frei – Spende
Von April bis Oktober werden mittwochs um 15.00 Uhr öffentliche Führungen durch das ORGANEUM angeboten. Ludolf Heikens lässt ausgewählte Instrumente erklingen und spricht über die Geschichte des Hauses. Ausgangspunkt ist die wunderschöne ostfriesische Kabinett-Orgel aus dem Jahre 1790. Die „Orgel für das Klassenzimmer" gewährt Einblicke in die Funktion der Orgel. Auch das fürstliche Cembalo von 1741 und weitere Hausorgeln im Renaissance- und Barockstil spielen auf. Dazu gibt es Einblicke in die prunkvolle Villa aus dem Jahre 1873.
Zum Auftakt der Führung wird stilvoll zu ostfriesischem Tee einladen.
Eine telefonische Anmeldung (04951 / 91 22 03) wird dazu gerne entgegengenommen, aber auch ein spontaner Besuch ist willkommen.
Der Eintritt ist frei. Eine Spende für das ORGANEUM ist freiwillig.
Leeraner Orgelsommer: Abschlusskonzert
Donnerstag. 27.08.2026 20:00 Uhr
Leer | Ev.-ref. Große Kirche
Kirchstraße 14, 26789 Leer
Zum Abschluss des Leeraner Orgelsommers konzertiert das Weckmann-Consort Bremen unter der Leitung von Lea Suter mit Werken des 16. und 17. Jahrhunderts
Eintritt frei – Spende
Das Abschlusskonzert des Leeraner Orgelsommers gestaltet das Weckmann-Consort aus Bremen unter der Leitung von Lea Suter.
Lea Suter – Orgel, Juan González Martínez – Barockposaune, Carla Linné – Barockvioline, Indre Kucinskaite – Zink, Clemens Schlemmer – Dulzian und Johanna Ludwig – Sopran musizieren Werke des 16. und 17. Jahrhunderts:
Francesco Cavalli (1602 - 1676) Alma redemptoris
Johann Martin Caesar (1590 - 1667) L´Augustana
Matthias Weckmann (1618 - 1674) Sonata Nr. 1
Bartolome de Selma y Salaverde Vestiva i colli a due
Francesco Rognoni (2. Hälfte 16. Jh. - 1626) Susanne ung jour
Orlando di Lasso (1532 - 1594) Las, voulez vous
Matthias Weckmann (1618 - 1674) Sonata Nr. 5
Adrian Willaert (1490 - 1562) Vecchie letrose
Orlando di Lasso (1532 - 1594) Madona mia cara
Johann Martin Caesar (1590 - 1667) La Hieronima
Andreas Oswald (1687 - 1737) Sonate à 3
Alessandro Poglietti (?-1683) Imitatione dell medesimo Uccello
Claudio Monteverdi (1567 - 1643) Quando l´alba in oriente
Ausgangspunkt ist der Münchner Hof als europäischer Knotenpunkt des 16. Jahrhunderts – ein Ort, an dem internationale Stile nicht nur importiert, sondern produktiv verwandelt wurden. Orlando di Lasso, aus Flandern stammend und in München als Kapellmeister prägend, steht im Programm exemplarisch für diese Weltläufigkeit: Seine Madrigale (Las, voulez vous; Madona mia cara) zeigen, wie Affekte mit höchstem kompositorischem Aufwand in Text und Klang übersetzt werden – elegant, scharf konturiert, bisweilen mit einem feinen Zug ins Theatralische. Ergänzt wird dieser Blick in die Münchner Klangwelt durch Adrian WillaertsVecchie letrose: ein Stück, das die italienische Madrigalkunst als Resonanzraum hörbar macht, aus dem Lasso und seine Zeitgenossen schöpften.
Von diesem höfischen Ausgangspunkt führt das Programm weiter in jene Praxis, die Musik überhaupt erst so beweglich und „reisefähig“ macht: das Weitergeben, Umformen und Neu-Erfinden musikalischer Modelle. Johann Martin Caesars instrumentale Stücke (L’Augustana, La Hieronima) zeigen eine deutschsprachige Musizierkultur, in der Tanzgesten, Liednähe und kontrapunktisches Handwerk selbstverständlich zusammenfinden – Musik, die in höfischen wie bürgerlichen Kontexten als soziale Kunst funktioniert: zum Hinhören und zum Miteinander.
Einen Kern frühbarocker Virtuosität berührt Francesco Rognoni mit seiner Diminutionskunst über Susanne ung jour: Hier wird hörbar, wie sehr diese Musik von improvisatorischer Intelligenz lebt. Verzierung ist nicht Dekor, sondern Bedeutung – ein rhetorisches Schärfen, das den musikalischen Text im Moment zum „Sprechen“ bringt. Auf eine ganz andere Weise spielt Alessandro Poglietti in der Imitatione dell medesimo Uccello mit dem Reiz des Augenblicks: Klangmalerei, Witz und artistische Präzision verdichten sich zu einer Miniaturszene, die den Geschmack an Effekt und Erfindung zeigt, wie er in höfischen Kreisen ebenso geschätzt wurde wie in städtischen Musiziergemeinschaften.
Mit Francesco Cavallis Alma redemptoris öffnet sich der Blick nach Italien und auf die geistliche Seite dieser Affektkultur: Innigkeit, Dringlichkeit und klangliche Sinnlichkeit treten in eine konzentrierte Form. Zugleich erinnert das Programm daran, dass die europäischen Stilebenen nicht voneinander getrennt verlaufen, sondern sich über Jahrzehnte überlagern: Lasso bleibt als Horizont präsent, während sich die Ausdrucksmittel in Richtung Frühbarock verschieben.
Einen weiteren Schritt in die instrumentale Sonatenwelt markiert Andreas Oswalds Sonate à 3: stärker instrumental gedacht, dialogisch, formbewusst – und getragen von jener Ensemble-Intelligenz, die das gemeinsame Atmen und Reagieren zum eigentlichen Motor macht. Von hier aus ist der Weg nach Norden nicht weit: Ein Collegium musicum war im 17. Jahrhundert weit mehr als ein „Ensemble“, sondern eine bürgerlich getragene Klangwerkstatt, in der man die beste und neueste Musik der Zeit miteinander erlernte, erprobte – und öffentlich erlebbar machte. Genau in diesem Sinn prägte Matthias Weckmann, Organist an St. Jacobi in Hamburg, ab 1660 das Musikleben seiner Stadt mit einem großen Collegium musicum, das regelmäßig konzertierte und die musikalischen Strömungen Europas bündelte.
Im Zentrum stehen zwei Sonaten von Matthias Weckmann. Sie zeigen ihn als Meister der rhetorischen Form: kontrastreich, dialogisch, mit jener Mischung aus kontrapunktischer Disziplin und konzertanter Freiheit, die ein weltoffenes Musikleben – ob am Hof oder in der Handelsstadt – gleichermaßen befeuert.
Weckmann-Consort:
Bunte und leuchtende Klangfarben einer gemischten Consort-Besetzung, lebendiges und fantasievolles Musizieren und ein entschiedenes Faible für reizvolle Ornamente: Das ist das Weckmann Consort!
Dafür fand sich 2020 eine spielfreudige Gruppe von Musikern mit Zink, Violine und Dulzian, ergänzt manchmal durch weitere Instrumente und Sänger, rund um die Tastenvirtuosin Lea Suter zusammen, um in den Fußstapfen ihres Namensgebers, des Hamburger Jakobi-Organisten Matthias Weckmann, »die besten Sachen aus Venedig, Rom, Wien, München, Dresden &c.« (wie Johann Mattheson Weckmanns Tun 1740 so nett beschrieb) zu Gehör zu bringen.
